Sternenmütter lasst uns reden #5

Grüß dich! Danke, dass du wieder hier bei mir dabei bist. Die momentane Zeit ist sehr herausfordernd. Nicht nur für mich, sondern für viele tausende Mütter, und auch Väter, auf der ganzen Welt. Was passiert, wenn dein Kind stirbt? Mit Sternenmütter lasst uns reden #5 möchte ich allen, wirklich allen Frauen, Mut zusprechen. Lasst euch von niemanden eure Gefühle verbieten.

Sternenmütter habt Mut

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Das fünfte Jahr in Folge, schreibe ich nun meine Sternenmama-Blogpostreihe. Nein, zu meinem ersten Buch hat es noch nicht gereicht. Aber ja, es sind Zeilen, die bleiben. Es sind Zeilen, die helfen. Als ich vor 24 Jahren meinen Sohn Benjamin kurz vor der Geburt für immer verloren habe, war es noch unüblich, über den Tod von Ungeborenen zu sprechen. Ich habe überall Menschen mit diesem traurigen Thema überfordert. Trotzdem blieb ich dran. Ich habe es immer und immer wieder thematisiert. Und heute? Heute gibt es psychologische Betreuung von Anfang an. Sogar kostenlos über die Krankenkassen. Es gibt Selbsthilfegruppen verwaister Eltern und es gibt den Candlelight-Sonntag, der jedes Jahr am zweiten Sonntag im Dezember gefeiert wird. Diese wunderbare Idee der Lichterwelle über unseren gesamten Erdballen, wurde im Jahr 1996 in Amerika eingeführt. So wird in jedem Land, um 19 Uhr, eine Kerze ins Fenster gestellt. Dieses Licht soll ein Zeichen von Hoffnung und Solidarität sein. Hast du davon gewusst?

Sternenmütter zeigt eure Gefühle

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Wenn du meinen letzten Blogpost #6 Vollmond – Graz trauert gelesen hast, dann weißt du, dass ich erst vor Kurzem genau solchen Mamas helfen konnte. Wenn auch nur ein ganz, ganz klein wenig. Ich erkannte mich in einigen Reaktionen wieder. Das war für mich sehr berührend. Ich bin der festen Meinung, dass Frauen aus gleichen Kulturen, wenn wir unsere Gefühle zulassen, ähnlich auf den Tod des eigenen Kindes reagieren. Wobei natürlich die kulturellen Einflüsse maßgeblich sind. Da war diese Frau aus dem Osten, die laut und lange „wehklagte“. Die Tradition der „Klageweiber“ stammt aus dem orientalischen, ägyptischen Kulturen. Für uns hier im „zivilisierten “ Westen unvorstellbar. Doch diese Stimme der Trauer tut gut. Sie lässt den Schmerz nach außen treten. Daher lass dir von niemanden deine Trauer verbieten.

Wir Mamas in der westlichen Welt werden sofort mit Beruhigungsmedikamenten nieder- beziehungsweise ruhig gehalten. So war es bei mir. Reden konnte ich mit niemanden. Nicht einmal die Krankenschwestern kamen in mein Zimmer und fragten, wie es mir ging. In der Familie gab es dann Menschen, die zuhören konnten. Aber es waren nicht viele. Und oft waren Worte gar nicht nötig. Ein Blick von meiner damals 14-monatigen Tochter war mein Anker.

Sternenmütter lasst uns reden #5

Oft ist es leichter, mit fremden Personen über deine Trauer zu sprechen. Oft ist es hilfreich ein Buch oder eben meine Blogpostreihe über dieses Thema zu lesen. Vielleicht ist es hilfreich, wenn du selbst zu schreiben beginnst. Es kann heilend sein, eine Tanztherapie zu machen oder zu malen oder zu töpfern. Ich weiß, dass ich mit meinen Zeilen für die eine oder andere Sternenmama eine kleine Unterstützung bin. Und ja, ich spreche beziehungsweise schreibe darüber, ganz unter dem Motto: „Tue Gutes und rede darüber.“

Falls du dich fragst, warum ich dich mit meinen Zeilen heute so motivieren möchte, ganz bei dir und deinen Gefühlen zu sein, ist, dass Frau Ulli Huber, eine jener Menschen zu sein scheint, die mir den Mund und meine Geschichte „verbieten“ will. Ihr Facebook-Kommentar unter meinem #6 Vollmond – Graz trauert, zeigt ihr Unvermögen, mit (m)einer schmerzhaften Geschichte umzugehen. Ob es ein Unvermögen ist, Empathie zu fühlen oder ob sie selbst etwas verdrängt? Wir sind im 3. Jahrtausend angekommen und sollten unbedingt mit der Bevormundung unter uns Frauen aufhören. Jede hat ihre Geschichte. Jede darf darüber reden und schreiben. <3

Sternenmütter lasst uns reden #5

Zum Schluss beende ich positiv und gebe dir ein paar Buchtipps mit auf deinen Weg der Trauer, die mir geholfen haben:

„Unendlich ist der Schmerz… Eltern trauern um ihr Kind“, Julie Fritsch / Sherokee Ilse

„Gute Hoffnung, jähes Ende“, Hannah Lothrop

„Ich sehe deine Tränen – Trauern, Klagen, Leben können“, Jorgos Canacakis

„Nur ein Hauch von Leben. Eltern berichten vom Tod ihres Babys und von der Zeit ihrer Trauer“, Gottfried Lutz / Barbara Künzer-Riebel

„Im Himmel warten Bäume auf Dich. Die Geschichte eines viel zu kurzen Lebens“, Michael Schophaus

Und natürlich alle Bücher von Elisabeth Kübler-Ross …

Du möchtest meine Geschichte lesen >> Sternenmütter lasst uns reden / Sternenmütter lasst uns reden #2 / Sternenmütter lasst uns reden #3 / Sternenmütter lasst uns reden #4 . Wenn du mir deine Geschichte erzählen möchtest, fühl dich frei in den Kommentaren oder privat darüber zu berichten. Ich höre dir gerne zu.

Quelle: https://www.hofer-kerzen.at/blog/lieder-fuer-die-toten-trost-fuer-die-lebenden-die-vergessene-kunst-der-klageweiber#:~:text=In%20vielen%20Kulturen%2C%20etwa%20im,Übergang%20ins%20Jenseits%20erleichtern%20sollte.

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2 Kommentare zu „Sternenmütter lasst uns reden #5

  1. Liebe Martina, über dieses Thema muss ganz dringend, ganz offen gesprochen werden. Den Schmerz sollte man auf gar keinen Fall verdrängen und runterschlucken müssen. Und Schreiben kann sehr heilend wirken. Mit einem Stift und einem Blatt Papier werden meine Gedanken an schlechten Tagen auch klarer. Alles Liebe & viel Kraft in dieser schweren Zeit!

    1. Liebe Laura!
      Du hast es erfasst. Ein Tagebucheintrag am Ende des Tages kann sehr positiv auf deine Seele und Gesundung wirken. Also sei liebevoll zu dir selbst. Das machst du hoffentlich immer! <3

      Alles Liebe, Martina

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