Grüß dich! Schön, dich auf meiner Reise wieder mitnehmen zu dürfen. Die Termine überschlagen sich mit der Sommersonnenwende, mit dem Vollmond und mit meiner eigenen Biografie. Es ist wieder ein 25. Juni. Es ist wieder ein Tag mit vielen Löchern. Sie werden kleiner, aber sie sind Löcher. Daher, Sternenmütter lasst uns reden #4, denn unser Schmerz wird niemals völlig vergehen …
Ich kann mich noch genau an die Worte des Ärztlichen Leiters Dr. Michael Lehofer im Jahr 2016 erinnern. Er meinte, wenn ich 10 Jahre nach dem Tod meines Sohnes noch immer Trauer verspüre, dann sei das pathologisch! Pathologisch?! Krank also. Jetzt, nach 23 Jahren meines Weges muss ich erneut feststellen, dass dieser Mensch absolut keine Ahnung hat, wenn eine Frau ihr Ungeborenes, ihr Baby, verliert. Leider gibt es da draußen zu viele von diesen akademischen Menschen, die glauben eine Ahnung davon zu haben, nur weil sie etwas an einer Universität studierten. Durch meinen persönlichen Weg, über mein Schicksal zu reden und zu schreiben, habe ich immer wieder Kontakt zu Frauen, die meinen Leidensweg teilen. Sie erzählen mir alle das Gleiche. Dieser Schmerz vergeht NIE!
Sternenmütter lasst uns reden #4

Wenn ich sage, dass ich 23 Jahre nach dem Tod meines ungeborenen Sohnes Benjamins noch immer in Löcher falle, dann sind dies Momente, in denen ich mich leer und einsam fühle. Sie sind das ganze Jahr über hier, aber nur mehr sehr selten.
Rund um den Todestag, der im Falle meines Benjamins schwer zu beurteilen ist, empfinde ich an diesen Tagen öfters so, als fehle etwas ganz Wichtiges bei und in mir! Dann sitze ich und ertappe mich, wie ich Luftschlösser baue. Wir in der Steiermark sagen, „ich starre ins Narrenkastl“. Ich schweife dann mit meinen Gedanken über alles Mögliche und Unmögliche. Ich überlege, was wäre wenn in allen Facetten. Wo wäre mein Leben, hätte ich dieses Schicksal nicht miterleben müssen.
Sind solche Gedanken nun pathologisch? Sind solche Überlegungen fehl am Platz? Für mich auf keinen Fall. Denn sie erinnern mich immer daran, was ich genau jetzt habe. Dafür bin ich dankbar.
Was ich jeder Frau, die ebenso Sternenmama ist mitgeben möchte, ist folgendes: du entscheidest immer selbst für dich, was gut und passend für DICH ist. Du alleine gehst deinen Weg, in deinen Schuhen, in deinem Tempo. Also lasse es NIE zu, dass andere über dein Empfinden und deine Gefühle entscheiden.
Sternenmütter lasst uns vereint aufstehen
Die Zeiten, in denen wir momentan leben sind besonders herausfordernd für uns alle. Sie sind voll von kriegstreibender Sprache und von kriegstreibenden Berichten. Es scheint, viele wollen diese Eskalation. Daher finde ich es unerlässlich, dass wir Sternenmütter uns vereinen und all jenen, die unsere Söhne und Töchter an die Front schicken wollen, ein klares NEIN sagen und aufzeigen!
Vielen Müttern ist anscheinend absolut unbewusst, was es heißt, ihre Kinder zu begraben. Und das wird kommen, wenn wir uns nicht entschieden gegen diese Menschen aufstellen.
Frieden muss die Antwort sein! Ein Ja zum Leben unserer Kinder muss die Antwort sein!

Wenn dich meine Worte hier berühren und du ein Teil der weltweiten Friedensbewegung sein möchtest, dann schreibe in die Kommentare, wie du Frieden siehst und wie du Frieden schaffen kannst. Ich freu mich auf deine Gedanken. <3
Werde deiner Kraft und deiner Stärke bewusst. Das nennt sich Achtsamkeit und Resilienz!!

Du möchtest meinen ganz persönlichen Weg der Trauer erfahren? Wie ich es geschafft habe, wieder ein gutes Leben zu leben? Wie ich es geschafft habe, wieder Mut und Zuversicht zu bekommen? Dann hast du hier meine Trilogie der Sternenmütter-Serie zum Nachlesen:
Sternenmütter lasst uns reden // Sternenmütter lasst uns reden #2 // Sternenmütter lasst uns reden #3
Lass niemals zu, dass anderen für dich und dein Leben fühlen!
Alles Liebe, deine

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