8 gute Gründe für die Chayote – eine regionale Exotin

8 gute Gründe für die Chayote - eine regionale Exotin

Servus und Hallo! Schön, dass du wieder bei mir mitliest. Ich danke dir für deine Zeit. Ich hoffe, es geht dir gut, wo auch immer du gerade in der Welt bist. 🙂 Immer wenn ich zu meiner lieben Bio-Herzdame Elke Grossek in Andritz einkaufen gehe, lacht mich dieses birnenähnliche, leicht schrumpelige, nahrhafte Gemüse aus Mittel- und Südamerika, die Chayote, an. Da ich immer auf der Suche nach neuen, mir unbekannten regionalen und saisonalen Lebensmitteln bin, ist mein Blick natürlich sofort hängen geblieben. Zuerst dachte ich mir, wow, wo kommt denn das her. Doch dann stand da Chayote – regional! Deshalb möchte ich dir heute 8 gute Gründe für die Chayote – eine regionale Exotin nahebringen.

In meinem letzten Blogpost mit dem Spinat-Smoothie bin ich ja über die Chayote als Küchenjocker gestolpert. Nichts ahnend, dass ich dieses Gemüse ein paar Tage später hier in Graz kennenlernen darf. Daher möchte ich dir heute unbedingt die Chayote als mein neues Superfood für den Winter ans Herz legen.

8 gute Gründe für die Chayote – eine regionale Exotin

8 gute Gründe für die Chayote - eine regionale Exotin

Dieses gesunde und gerade jetzt bei uns in Saison befindliche Gemüse stammt eigentlich aus Mittel- und Südamerika und ist in unseren Breitengraden kaum bekannt. Oder mal ehrlich? Hast du jemals schon von der Chayote zuvor gehört oder hättest du sie erkannt, wenn ich sie dir gezeigt hätte? Kannst du ihren Namen auch richtig aussprechen? Nein, sie ist keine Chaotin, sondern eine Chayote, sprich Schajote 😉 und sie wächst hier in Österreich, genauer gesagt in Andritz, in Bioqualität. ♥

Botanisch ist die Chayote mit dem Kürbis, der Melone und der Gurke verwandt, sie zählt zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae) und wird auf Latein als Sechium edule bezeichnet. Äußerlich könnte frau sie glatt mit einer Birne oder Mango verwechseln. 😛 Ihre Schale zeichnet sich blassgrün bis sogar dunkelgrün. Sie kann auf ihrer Oberseite glatt oder mit weichen Stacheln versehen sein. Ihr Geschmack ist sehr sanft, fast so wie eine Kombination aus Zucchini und Erdäpfel, jedoch mit leicht süßlichem Nachgeschmack. Sie hat noch andere Bezeichnungen wie zum Beispiel Gemüsebirne, Christophine, Cho Cho, Talote oder Pipinella.

 

8 gute Gründe für die Chayote auf deinem Speiseplan

8 gute Gründe für die Chayote - eine regionale Exotin

+1 Bei der Chayote lässt sich quasi alles essen: von der Wurzel bis zur Frucht. Das macht sie zu einem perfekten ZERO WASTE Lebensmittel. Die jungen Blatttriebe werden in den tropischen und subtropischen Ländern als Suppenbeigabe hergenommen. Der Kern ist ebenfalls essbar, also einfach mitverarbeiten. Er schmeckt leicht nussig. Nur bei den importierten Früchten solltest du die Schale besser weglassen. Die Früchte werden meist gewachst, damit sie den langen Transport überleben. Dann bitte mit einem Sparschäler dünn schälen. Der Saft, der austritt, ist fettig und klebrig und kann nur schwer von den Fingern gewaschen werden. Wasch sie daher unter fließendem Wasser. Bei unserer Grazer Chayote, die noch dazu bio angebaut wird, ist alles bedenkenlos zum Verzehr geeignet.


+2 Du kannst die Chayote roh essen, marinieren, kochen, grillen, backen oder braten. Daher ist sie ein Multitalent in der Küche. 


8 gute Gründe für die Chayote - eine regionale Exotin

+3 Sie passt gut zu Zitrusfrüchten, Edelpilzkäse, Butter, Olivenöl, Nussölen, gerösteten Haselnüssen und Joghurt. Als Küchenjocker wird die Bitterorange, Campari, Darjeeling und Sesam angeführt, und wie wir bereits wissen, der Spinat.


+4 Wenn du Chayoten aus Übersee nimmst, dann haben sie durch die Wachsschicht natürlich eine lange Lebensdauer. Im Kühlschrank gelagert, halten sie mehrere Wochen. Sie sollten sich beim Kauf aber unbedingt härter anfühlen, das schrumpelige Äußere sagt nichts über ihren Reifezustand aus. Wenn sie zu weich sind, dann sind sie überreif und können leicht faulen. Die kleineren Früchte sind zarter. Aber ebenso unsere heimischen Chayoten halten viele Tage bei kühler Lagerung.


8 gute Gründe für die Chayote - eine regionale Exotin

+5 Die Chayote hat, wie ihre Verwandte die Gurke, einen hohen Wassergehalt und macht sie daher kalorienarm und ideal für diese Jahreszeit. Die kalorienreichen Festtage sind vorbei.


+6 Die Mikronährstoffe der Chayote auf 100 g sind 17 mg Vitamin C und 0,4 mg Eisen, sowie Kalzium und Kalium.


Chayoten-Ernte
Chayotenernte und Aufbewahrung über den gesamten Winter!

+7 Die Aromen der Chayote sind grün, grasig, fruchtig – das wird durch das (Z)-3-HEXENOL verursacht; sie schmeckt leicht ölig, melonenschalenartig durch das 1-OCTEN-3-OL; zitrusartig, orangenartig, süßlich bedingt durch LIMONEN; die fettig wirkenden Stoffe in ihr sind beim „oralen Prozessieren“ dafür verantwortlich, dass sie bereits im Mund leicht emulgiert, die Reibung ständig herabgesetzt wird und dadurch ihre Cremigkeit steigt. Es kommt also nicht nur immer auf den Geschmack, sondern oft vielmehr auf die Textur der Lebensmittel an.

[Quelle: Aromagemüse Der Weg zum perfekten Geschmack; Vierich / Vilgis; Stiftung Warentest; 2017, Berlin.]


+8 Der Anbau der Chayote ist sehr Zeit intensiv, daher wird sie in unserer Region nicht kommerziell kultiviert. Sie ist nur einjährig, schnell wachsend und braucht unbedingt eine Rankenhilfe. Ihre Größe kann bis zu 12 Meter werden und daher braucht sie ziemlich viel Platz. 


Chayoten-Zucht
Chayotenfrüchte im Garten von der Bio-Züchterin Marianne Willrader / Graz (A).

Auf Grund der oben beschriebenen Fakten sollten wir die Chayote als etwas Besonderes schätzen und achtsam mit ihr in der Küche umgehen. Die viele Arbeit hier in unserer Umgebung von Frau Willrader wollen wir ebenso belohnen. Sag es bitte allen weiter, dass die Chayote als regionales & saisonales Gemüse bei uns angekommen ist und die geschmacklosen Paradeiser und Gurken im Winter aus dem Glashaus „von irgendwoher“ ausgetauscht werden. 

8 gute Gründe für die Chayote – eine regionale Exotin hat dir hoffentlich Appetit auf mehr gemacht. Falls du noch mehr Superfoods von mir lesen möchtest, die in der kommenden Zeit dich fit und gesund erhalten, dann klick hier rein >>8 gute Gründe für den Bärlauch – der erste gesunde Frühlingsbote

Mein Superfood: die Chayote

Für ein neues Jahr voller ZERO WASTE und Regionalität!

G’sunde Grüße

Martina Bacher
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13 Kommentare zu „8 gute Gründe für die Chayote – eine regionale Exotin

  1. Schön, einmal von der Chayote (ausgesprochen „Tschajotte“, wie im Spanischen) hier in Österreich zu hören! Ich habe sie in Mexiko kennen gelernt, als ich dort gearbeitet habe, und habe mich bemüht, sie auch in meinem Garten heimisch zu machen. Das ist mir in den letzten Jahren auch gelungen und ich habe jedes Jahr viel geerntet. Die Chayote reift im Herbst im Garten grade dann, wenn die Zucchinis nicht mehr wachsen wollen und kann diese vollständig in der Küche ersetzen. Und viel mehr, da man sie ja auch roh im Salat essen kann. Ich mag sie besonders gern in Olivenöl angebraten, mit Pfeffer und Salz. Um sie selber im Garten zu ziehen, braucht man Sorten, die hier rechtzeitig reif werden, was bei den Früchten aus Costa Rica nicht der Fall ist. Die Chayote beginnt im späten August zu fruchten und entwickelt dann immer neue Früchte, die man bis zum ersten Frost ernten kann. Und wenn man einen kalten, frostfreien Platz (sehr kalte, trockene Speis, 5 Grad z.B.) zum Lagern findet, kann man die Früchte den ganzen Winter verwenden. Die, die bis zum Frühling durchhalten, treiben dann aus dem dickeren Teil der birnenförmigen Frucht aus und man kann sie zwischen März und dem letzten Frost im Topf auf dem Fensterbrett halten und dann Mitte Mai in den Garten (gutes Klettergerüst!) pflanzen. Und mit Glück kann man dann im Herbst seine eigenen Chayoten ernten!

    1. Lieber Walter!
      Wow! Ich bin (fast) =) sprachlos, wie genau du uns das alles mitteilst – danke dafür. Das wissen hier in Österreich nämlich noch viel zu wenige, dass es so viele gute und g’sunde Sachen gibt, die wir selber in unseren Gärten anpflanzen können. Ich fühle mich natürlich geehrt, dass du mich im weltweiten Web gefunden hast. Darf ich dich fragen, was du in Mexiko gearbeitet hast? Ich finde die Geschichten, die das Leben schreibt so spannend.

      Danke für deinen sehr wissenswerten Kommentar. Ich freue mich auf noch viele von deiner Seite!

      Herbstliche Grüße, Martina =)

    2. Halo Walter, ich kenne die Chayote aus Belize. Sie ist dort als natürlicher Blutdrucksenker bekannt. Das wurde mir jedenfalls von einer ausgebildeten Krankenschwester versichert. Ist dir das auch aus Mexiko bekannt? Gruß Rainer

      1. Servus, Rainer!
        Danke dir für deine Information bzgl. der Chayote als natürlicher Blutdrucksenker. Ich werde selbst recherchieren, das klingt nämlich spannend. Ich hoffe, Walter ließt deine Zeilen ebenso.

        Danke für dein Abo hier bei mir.
        Freu mich auf alle deine Erfahrungen.
        G’sunde Grüße Martina 🙂

  2. Ein wunderbarer Artikel,

    Liebe Martina!
    Vielen Dank dafür! Endlich etwas was ich noch nicht kannte bzw. noch lernen durfte!
    Bin schon neugierig auf Deine – vielleicht auch rohköstlichen – Rezepte!
    Liebe Grüße!

    1. Servus!
      Danke für dein nettes Kommentar! Freut mich, wenn ich zur Wissensvermehrung beitragen konnte. Versuche natürlich immer abseits vom Mainstream zu schreiben, aber kann das Rad halt nicht neu erfinden.

      Ich werde mich weiterhin bemühen…
      G’sunde Grüße, Martina 🙂

  3. Liebe Martina!
    Das sieht ja super lecker aus! Da du erwähnt hast, dass die Chayote der Zucchini etwas ähnlich kommt, wie wäre es mit einem Chayoten-Risotto? Würde mich sehr interessieren!
    Liebe Grüße
    Laura

    1. Liebe Laura!
      Danke für dein nettes Kommentar und danke für deine Idee – Risotto kam mir bereits in den Sinn, weil ich Risotto in all seinen wunderbaren Varianten liebe.

      Also: sei gespannt, was es werden wird.
      G’sunde Grüße, Martina 🙂

      1. Liebe Martina, das klingt aber spannend. Ich freue mich auf Rezepte. Hast du einen Tipp wo ich gutes Biosaatgut bekomme? LG Monique

      2. Liebe Monique!

        Das ist aber schön, dass du neu bist auf meinem Blog und dich so gut durchgestöbert hast. Bezüglich Biosaatgut kenne ich natürlich in erster Linie die Arche Noah: https://www.arche-noah.at , die bei uns in Graz immer am Raritätenmarkt ausstellt. Dort kaufe ich vieles ein.
        Wenn ich fragen darf, woher du bist, dann kann ich spezifischer antworten.

        In meinem Bioladen – Bioherz in Andritz bekomme ich halt alles in top Qualität und die Chayote von einer dort ansässigen Bio-Anbauerin. 🙂

        Hoffe, für’s Erste konnte ich dir weiterhelfen.

        G’sunde Rauhnachtgrüße aus Graz,
        Martina

    2. Vielen lieben Dank für Deinen tollen Bericht, da hab ich wieder viel gelernt… Diese Frucht war mir bisher unbekannt und ich bin sehr gespannt… Dank Dir! Liege weihnachtliche Grüße aus dem windigen Norden!

      1. Lieber Jens!

        Aus dem hohen Norden hat es dich zu mir verschlagen. Das ist aber schön!! :-)) Ich werde versuchen wieder ein Chayoten-Gericht herzuzaubern. Rohkost wurde schon gewünscht. Was hättest du gerne?

        Mal schauen, was es wird.

        Dir in den hohen Norden ein paar kalte Rauhnachtgrüße,
        Martina 🙂

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