Den eigenen Rhythmus finden – die Chronobiologie macht es sichtbar

Meine Lieben!

Es ist Freitag und auf meiner „To-do-Liste“ sind noch zahlreiche Punkte unbearbeitet. Ich könnte das Wochenende durcharbeiten, trotzdem wäre ich nicht fertig und irgendwie sind mir alle Tage zu kurz. Kennt ihr das, wenn die Zeit einfach nicht ausreicht? Oder, wenn frau in der Früh nicht aus dem Bett kommt, dafür mit der noch anfallenden Arbeit die Nacht zum Tage macht?

Irgendwie verkehrt, werden jetzt alle sagen! Die Wissenschaft sagt, dass es Morgen- und Abendtypen von Menschen gibt, die sogenannten Eulen oder Lerchen, bildlich gesprochen. Viele von uns sind Mischtypen, aber wir neigen meist zu einem der beiden Chronotypen. Ebenso sollen Morgentypus-Eltern Kinder bekommen, die genau so ticken. Demnach spielen die Gene hier ein Rolle. Die Pubertät stellt alles ein bisserl auf den Kopf, die hormonelle Umstellung ist dafür verantwortlich – das haben wir doch alle durchgemacht, oder? Wahrscheinlich zum Leidwesen unserer Eltern.

Da ich nun bereits mehrfach „Elter“ – ähh – älter ; ) bin, erlebe ich gerade das Gegenspiel. Noch dazu wird der eigene Rhythmus durch die moderne, schnelllebige Welt  immer schwerer lebbar. Weil ich mich für das „Ticken der inneren Uhr“ stets interessiert habe, in meinem erlernten Beruf der professionellen Pflege, aber ebenso im Sport,  die Krankheitsanfälligkeit, sowie Burn-out-Rate immer weiter anstieg, beschäftigte ich mich bereits 2012 bei meiner ersten akademischen Abschlussarbeit an der Donau Uni Krems mit der Chronobiologie. Ich durfte Prof. Maximilian Moser kennen lernen und in Vorträgen seine Passion zum Aufzeichnen dieser menschlichen Rhythmen erleben (u. a. an der Karl-Franzens-Uni Graz und bei der „Fit im Job“-Gala). Da ich ein Fan von Sigmund Freuds Richtschnur bin, die aussagt, dass nur „Erfahrungen am eigenen Leib“ dir weiterhelfen, habe ich mich mit einem Herz-Raten-Variabilität-Gerät (HRV) für 24 Stunden verkabelt und einen Selbstversuch gestartet. Ich wollte sehen, was passiert in mir drinnen, wenn ich diverse Tätigkeiten – aktive und passive – verrichte.

Das Ergebnis war sehenswert, für meine Prüferinnen nicht, da sie keine Ahnung von solchen HRV-Geräten hatten und noch nie ein Selbstversuch als Thesis eingereicht wurde :). Eigentlich braucht frau jedoch keine Spezialistin zu sein, um zu sehen, dass die Herz-Raten-Variabilität und damit der Marker zur Aktivierung und Erholung in der Nacht in allen Bereichen nach unten sinkt. Aber nicht nur Nachts, sondern auch in der Zeit zwischen 14 und 16 Uhr. Und gerade da hatte ich einen Leberwickel gemacht, in Form einer 20-minütigen Ölkompresse, mit gleichlanger Nachentspannungsphase. Wirklich spannend zu sehen, dass ich all meine innere Aktivität sofort auf tiefgreifende Erholung herunterfahren konnte. Was viele von uns nämlich nicht mehr können, ist einfach mal abzuschalten und zu entspannen und außerdem können wir uns unserem Typus nicht ganz entziehen und das müssen wir uns einfach eingestehen. Dagegen arbeiten oder einen anderen Tagesrhythmus leben, macht uns krank bzw. krankheitsanfällig. Keine Entspannungsphasen oder Pausen einlegen, das Gleiche.

So sieht es ebenso Klara Fuchs, die in ihrem neuen Blog über Tipps schreibt, die aus der Erschöpfung führen:

https://www.klarafuchs.com/2019/05/12/in-5-schritten-aus-der-erschoepfung-rauskommen/

Und hier meine Tipps für euch, wenns einmal so gar nicht funktionieren sollte:

1. Eine kurze Ruhephase ist nach dem Essen besonders ratsam – wenn möglich legt euch in Rückenlage hin. Das viele Sitzen verspannt nicht nur den Ileopsoas, den Hüftbeuger, sondern überdehnt auch eure Rückenstrecker. Gerade Rückenlage ist immer top, denn die Wirbelsäule kann ihrer Form entsprechend auf der Matratze zur Entspannung kommen. Kein oder nur ein flaches Kopfkissen verwenden.

2. Wenn wir keine Ruhe finden, hilft Wärme überaus gut – zudecken ist die einfachste Methode und beide Hände auf den Unterbauch legen. Hilft das aber ebenso nicht…

3. Eine Wärmeflasche ist schnell bei der Hand – Achtung vor Verbrennungen, wenn ihr sie ohne Schutz auf die Haut auflegen solltet. Der Bereich des Sonnengeflechts – Solar Plexus – um den Nabel, ist gut geeignet.

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Noch besser, die Leberregion auf der rechten Oberbauchseite! Wir reden dann von einem klassischen Leberwickel, wenn er feucht-warm gemacht wird, der nicht nur sehr gute Entspannung bringt, sondern ebenso gut die Entgiftung ankurbeln kann.

4. Mein Geheimtipp – eine warme Ölkompresse, gerne mit 1 Tropfen eures ätherischen Lieblingsdufts verfeinert an Tagen, wo ihr eurem Körper und eurem Geist ganz besonders viel Gutes tun wollt.

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Ich arbeite in meiner Praxis mit Ölen von Evelyn Deutsch-Grasl und Farfala aromapflege.com/wie-mache-ich-einen-leberwickel 

Was benötige ich für diesen temperierten Wickel

  • Bio-Pflanzenöl deiner Wahl
  • einen Esslöffel
  • Baumwolltuch / Geschirrtuch ( sauber  🙂 )
  • Plastiksackerl klein
  • Wärmeflasche befüllt mit heißem Wasser
  • Unterlage wie einen Polster mit Rohwolle gefüllt oder einfach ein Holzbrett
  • ein Handtuch oder einen Schal zum Fixieren / das Unterhemd oder T-Shirt tuts auch

Wie mache ich diesen temperierten Wickel:

1 bis 2 Esslöffel Bio-Pflanzenöle (z. B. Johanniskraut, Mädesüß oder einfach  nur Mandelöl) auf ein vierfach gefaltetes Baumwoll- oder Geschirrtuch verteilen, zusammenfalten und in ein Plastiksackerl geben. Dieses gefüllte Sackerl zwischen eine Wärmeflasche und einem Rohwolle-Kissen legen. Wenn das nicht vorhanden ist, einfach ein Holzbrett als Wärmespeicher nehmen. Etwa 10 bis 15 Minuten erwärmen – inzwischen könnt ihr euch zum Hinlegen bereit machen. Die Stelle rund um die Leber frei machen, das erwärmte Baumwolltuch aus dem Sackerl nehmen und mit der Öl benetzten Seite auf die Haut aufbringen. Mit Handtuch / Schal oder dem Shirt fixieren, sodass der Hautkontakt wunderbar vorhanden bleibt. Zudecken, Augen schließen und loslassen – ihr werdet sehen, ihr könnt euch dieser Entspannung auf keinen Fall entziehen.

Wer mehr Info über den Zusammenhang zwischen HRV, Burn-out und die komplementären Anwendungen mittels Aromapflege und ihren Wickeln möchte, dem empfehle ich meine Thesis im Anhang.

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Foto: Croce & Wir


Viele entspannte Erfahrungen an eurem eigenen Leibe, damit ihr dann wieder die volle Lebensenergie versprühen könnt,

wünscht euch

eure Martina


Osterfest – für mich immer mit Tradition verbunden

Meine Lieben! Das Osterfest steht vor der Tür. Und bei all diesen traditionellen Festen schwelge ich immer in Erinnerungen, wie es früher einmal war. Geht es euch genau so?

Als meine Kinder klein bzw. jünger waren, bemühte ich mich besonders in der Fastenzeit vor Ostern auf Diverses zu verzichten. Und zu Ostern gab es all das, was eben so dazu gehört: Karsamstags-Osterspeisensegnung, anschließende Osterjause mit Kren und Osterpinze, Auferstehungsgottesdienst mitten in der Nacht, gefärbte Ostereier und viel Schokolade am Ostersonntag in den vielen kleinen Osternesterln versteckt…

Was ist geblieben, nachdem meine Kinder, 19- und 16-jährig, nicht mehr an den Osterhasen glauben?

Ich bemühe mich oft verzweifelt an Altbewährtes festzuhalten und doch wird jedes Osterfest immer mehr anders. Der Osterschinken wird, wie schon in den vergangenen Jahren, durch Kichererbsen-Hummus ersetzt, die Weizen-Osterpinze wird durch das Paleo Bärlauch SMART BREAD heuer zum ersten Mal getauscht. Die gute „alte“ Schokolade darf bleiben, so auch das Eier färben. Heuer aber einmal anders, nämlich mit Blau-Holz aus unserem Bioherz-Reformhaus in Andritz.

Ebenso Premiere ist, dass mein Sohn seine Freundin mit nach Hause zur Osterjause und Osterfeier mitbringen wird, die dieses Osterfest somit ganz speziell werden lässt. Ebenso ein Pflichttermin ist die „Fleischweihe“ am Fuße des Kalvarienberges, da der Besuch am Kalvarienbergfriedhof bei meinem Beni gerade an diesen Tagen ein MUSS für mich ist.

Und bevor ich nun in die letzten, doch mit ein bisserl Stress versetzten, Vorbereitungen eintauche, noch einmal kurze Stille und Blick auf die Gegenwart, auf das Hier und Jetzt. Veränderung ist Leben – leben ist Veränderung!

In diesem Sinne euch allen ein gesegnetes und fröhliches Osterfest, wie auch immer ihr es heuer feiern werdet…


dies wünscht euch eure Martina