Mein Zaubertrank: Kräuter-Aufguss

Servus! Ich freu mich, dass du wieder dabei bist.

Aller guten Dinge sind drei!!! So sollte es für diesen „verzauberten“ Blogpost über meinen Tee-Zauber eigentlich heißen. Wobei „verzaubert“ nicht gerade ideal ist. „Verhext“ würde da schon eher passen. Denn dieser Artikel über meine selbst kreierten Teesorten kommt nun bereits das dritte Mal zur Veröffentlichung und vielleicht bist du eine / einer von denen, die das mitbekommen haben… Das tut mir leid!! Aber all meine Versuche perfekt zu sein, scheitern hie und da an meiner Menschlichkeit ;-P und die Technik ist dann zu herausfordernd für mich.

Weil die Abende hierzulande doch noch kalt sind und eine gute, heiße Tasse Tee am Nachmittag oder Abend genossen, perfekt in den Feber passen, möchte ich dich daher heute in die geheimnisvolle Welt der Teekräuter entführen. Außerdem ist In dieser Woche unser 2. Mondfastentag, am Sonntag, dem 9. Feber und wenn du nicht „nur“ Wasser zu dir nehmen möchtest, dann passt ein kurz aufgegossener Tee sehr gut für einen erfolgreichen Fastentag!!

Eine Tasse heißen Tee genießen, ist ein stiller Zauber, den ich mir in der hektischen Zeit leider zu wenig oft leiste.

Wie ist das bei dir? Bist du Kaffee- oder Teeliebhaber*in? Seit dem ich zurück denken kann, ist eine Tasse Schwarztee mit Milch, jetzt Pflanzendrink, mein Morgenritual. Kaffee habe ich in meinem ganzen Leben nur einmal probiert. Er schmeckt und riecht mir einfach zu stark. Dafür kann ich mich an den verschiedensten Teesorten nicht satt trinken.

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Und wenn frau der österreichischen Geschichte glauben schenken möchte, dann ist die Kaffeetradition genauso alt bzw. jung, wie die Teetradition. Jedoch ist Ersteres hierzulande viel populärer. Jung deshalb, weil erst mit Anfang des 18. Jahrhunderts der Tee über England und Spanien den Weg zu uns gefunden hat. Damals waren vor allem in Adelskreisen der Frühstückstee oder die exklusiven Teegesellschaften an Sonntagen bekannt. Das normale Volk, zu dem ich mich zähle ;-P , mochte Schwarztee, oft gemischt mit Schnaps. Daraus wurde unsere österreichische Spezialität, wer kennt ihn nicht, den Jagatee.

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Die einstige Droge, respektive Arznei, wie Tee ebenfalls bezeichnet wird, galt bereits vor 5.000 Jahren in China als wirkungsvoll und heilsam. Mittlerweile ist es bei uns im Westen angekommen, dass Tee (eine gute) Wirkung zeigt, sogar in der Schulmedizin. Tee als Heilmittel, Tee als Droge, Tee als Genussmittel.

Seit dem ich einen Garten habe und darin Kräuter finde, kreiere ich mir meine eigenen Teesorten, je nach meinem Geschmack und Vorfinden der Pflanzen. Und ganz ehrlich, die meisten Kräuter wachsen vor jeder Tür, auch vor deiner Haustür. 🙂

Ich weiß, du kennst die Kamille, die Pfefferminze und vielleicht auch noch die Hagebutte, alles fein zerkleinert in Teebeuteln. DAS ist aber für mich schon seit Jahrzehnten kein Tee mehr! Und vor allem ist es kein Genuss. Ich möchte dir meine Lieblingsteerezepte anvertrauen, ganz im Sinne von einer Kräuterhexe zur anderen …

 

Fühlt-sich-gut-an-Tee

 

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Was ist drinnen im Tee? 

  • Rosenblütenblätter, getrocknet
  • Ringelblumenblütenblätter, getrocknet
  • Apfelminze, getrocknet
  • Hopfenblüten, getrocknet
  • Hanfblätter, getrocknet

Wie wirkt der Tee?

Durch den Hopfen ist der Teeaufguss eher bitter und hilft dir deinen Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Die Rosenblütenblätter wirken leicht entzündungshemmend. Ich liebe diesen Tee am Nachmittag oder frühen Abend, wenn ich meinem Körper nach einem langen, stressigen Tag noch etwas Gutes tun möchte. Einen Teelöffel mit abgekochtem Wasser aufgießen und 3 bis maximal 5 Minuten ziehen lassen. Zuckerfrei genießen!!

 

Wohlig-und-warm-Tee

 

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Was ist drinnen im Tee?

  • Erdbeerblätter, getrocknet
  • Brennnesselblätter, getrocknet
  • Apfelminze, getrocknet
  • Hanfblätter, getrocknet
  • Sonnblumenblätter, getrocknet
  • Gänseblümchen, getrocknet
  • Zitronenmelisse, getrocknet

Wie wirkt der Tee?

Die Brennnessel und die Erdbeerblätter wirken auf das Blut reinigend und auf deinen Magen-Darm-Trakt beruhigend. In der Kombination mit all den anderen tollen Zutaten, ist dieser Tee aber für jede/n zu jeder Zeit ein Hochgenuss! Einen Teelöffel mit kochendem Wasser übergießen und nach 3 bis 5 Minuten abgießen. Zuckerfrei genießen.

 

Erinnerung-an-den-Duft-des-Sommers-Tee

 

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Was ist drinnen im Tee?

  • Pfefferminze, getrocknet
  • Lavendelblüten, getrocknet

 

Wie wirkt der Tee?

Das ist eine meiner neuen Kreationen und mein Weihnachtsgeschenk für meine Familie gewesen.

Die Lavendelblüte kommt bei mir eigentlich alljährlich in den Kasten, um dort gut zu verduften :-). Aber ich habe diese Kombination in der Therme Bad Blumau im Feber kennengelernt und natürlich heuer gleich selbst ausprobiert. Für mich ist wichtig, dass nicht zu viel Lavendel drinnen ist, denn sonst ist er mir zu lieblich! Diese Verbindung aus dem kühlen Pfefferminzgeschmack und dem sonnig-warmen Lavendelaroma ist echt toll!! Er wirkt demnach kühlend (Pfefferminze) und gleichzeitig beruhigt er und gleicht Stress aus, weil der Lavendel mitspielt. Einen Schuss Zitronensaft hinein, mehr braucht es nicht. Mein Geheimtipp für Teegenießer!!

 

Guten-Morgen-mit-viel-Kraft-Tee

 

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Was ist drinnen im Tee?

  • Schafgarbe, getrocknet
  • Hanfblätter, getrocknet
  • Gundelrebe, getrocknet
  • Birkenblätter, getrocknet
  • Gänseblümchen, getrocknet

Wie wirkt der Tee?

Die Schafgarbe wirkt laut Sebastian Kneipp krampflösend, bei Appetitlosigkeit und bei vielen „Frauenbeschwerden“. Die Gundelrebe weist viele Gerbstoffe auf, die Giftstoffe in deinem Körper binden und ausscheiden. Die Birkenblätter wirken leicht harntreibend. Daher ist dieser Tee der ideale Starter für deinen Tag, wenn er kalt und bis spät abends geht und an dem du dich fit und tatkräftig fühlen möchtest. Ich bin nach einem Tässchen innerlich gestärkt. Einen Teelöffel mit heißem Wasser übergießen und nach 5 bis maximal 10 Minuten abseihen. Trinke diese Kombi nicht zu spät am Abend, denn die Birke lässt dich sonst zu oft die Toilette besuchen …

 

Mein Gesundheitstipp für dich 

Tee ist ein Genussmittel – trinke es eben so!! Vor dem Sport verzichte auf eine Tasse Tee, weil viele Pflanzenstoffe harntreibend sind und das willst du beim Sport auf keinen Fall. Die richtige Temperatur beim Tee kochen ist zu beachten: wie ich bereits im Sommer bei meinem Eisteerezeptblog Grüntee-Birne geschrieben habe, braucht der grüne Tee Wasser von max. 75 – 80° C, halbfermentierte Tees (Oolongs) brauchen heißes, aber nicht kochendes Wasser von 90° C, Schwarztee braucht jedoch seine 100° C, erst dann entfaltet er sein volles Aroma. Kräutertees, wie ich sie dir in diesem Blogpost gerade schmackhaft gemacht habe, überbrühe mit heißem Wasser, d.h. nach dem Kochen den Deckel des Teekochers aufmachen und kurz ausrauchen lassen. Dann die Teedroge übergießen.

Teewasser darf nur kurz aufkochen – 4 bis 5 Sekunden, es verliert sonst zu viel Sauerstoff und schmeckt nicht so bekömmlich.

Als Faustregel gilt 12 Gramm Tee auf einen Liter Wasser. Für einen Muntermacher brauchst du mehr an Teedroge, als für ein beruhigendes Tässchen Tee am Abend.

Die Ziehzeit ist für die Wirkung des Tees entscheidend: kurz gezogen – 2 Minuten – putscht auf, weil das gesamte Koffein (Teein) gelöst ist. Aminosäuren und bittere Catechine werden erst allmählich, nach bzw. bei 5 Minuten, ins Wasser übertreten und der Tee wirkt dabei dämpfend und (!) antioxidativ!! 

Du trinkst Tee zum Fastentag, dann wirklich nur unter 1 Minute ziehen lassen, gerade für ein bisserl Geschmack.

Die Qualität des Wassers spielt natürlich ebenso eine entscheidende Rolle: perfekt ist frisches, weiches Wasser mit einem neutralen ph-Wert von 7.

Die Pflanzenteile brauchen Platz, um im Wasser zu schwimmen. Alles was zu eng ist (Sieb, Tee-Eier, Sackerl)  verhindern den optimalen Übertritt der Aromen. Also lose in eine Kanne oder ins Heferl geben. 

Was darf sonst noch rein? Zucker, Honig?  Da ist dein Lebensstil gefragt. Ich brauche keines von beiden. Milch, Zitrone, Schnaps? Ich liebe die Zitrone im Kräutertee. Milch gehört für mich unbedingt in den Schwarztee!! Schnaps hab ich bis jetzt auch noch nicht gebraucht ;-P …

Du willst Müll vermeiden und achtsam auch in der Küche sein? Dann verwende lose Teekräuter mehr als nur einmal. Lass sie in der Kanne und gieße sie noch ein weiteres Mal auf, das Aroma des Tees hält 2 bis 3 Aufgüsse aus.

 

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Viel Zeit für eine genussvolle Tasse Tee im neuen Jahr wünscht dir

deine Martina

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