Hello and good morning! Meine Reiseberichte vom Vorjahr haben so großen Anklang gefunden, dass ich dich in diesem Jahr ebenso zu den wunderschönen Fleckchen unserer Erde mitnehmen werde, die ich erkunden darf. Auf alle Fälle pack ich dich jetzt ein und bringe dich in die „windy City“ – Chicago im Jänner mit genialen Eindrücken einer Weltmetropole, die unserer Zeit voraus ist. Leider auch in negativen Belangen, aber die positiven Seiten stehen hier im Vordergrund. Ready, set, go !
Chicago – the windy City



Im Jänner zeigt sich Chicago von seiner rauen, aber faszinierenden Seite. Die Temperaturen liegen meist um den Gefrierpunkt oder deutlich darunter, oft begleitet von eisigem Wind vom Michigansee. Dieser säumt die ganze Stadt an ihrer Ostgrenze. Schnee und grauer Himmel prägen viele Tage, doch gerade das verleiht der Stadt eine besondere Stimmung. Wolkenkratzer ragen in den winterlichen Himmel, die obersten Stockwerke sind wegen der tiefhängenden Wolken und des Nebels verhüllt. Während sich auf den Straßen Dampf aus U-Bahn-Schächten und Gullys hebt, ist das Leben in Chicago auf keinen Fall weniger aktiv. Entlang des Riverwalks und am zugefrorenen Ufer des Sees wirkt die Stadt beinahe filmreif. Wer sich warm einpackt, kann Museen, Cafés und Bars genießen und erlebt Chicago sehr authentisch. https://www.choosechicago.com
Chicago im Jänner



Für mich war es das zweite Mal in meinem Leben, dass ich in Chicago, im US-Staat Illinois, auf Entdeckungsreise ging. Vor Weihnachten starteten wir mit unserer Reise in Iowa Citiy, im US-Staat Iowa, wo ich meinen Sohn von seiner Universität abholte, damit er wohl seinen Weg nach Hause nehmen würde. Aber dazu im Dezember-Blogpost mit viel amerikanischem Weihnachts-Kitsch. Über Silvester durfte ich die „windy City“ Chicago mit Schnee und in Eiseskälte erleben. Der Lake Michigan war bei minus 7 Grad Celsius und gefühlten minus 17 Grad Celsius am Ufer zugefroren. Trotzdem schlägt das Herz Amerikas, wie Chicago von seinen Liebhabern genannt wird, 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Die Chicagoer lassen sich von dem bisschen Kälte nicht abschrecken und sind trotzdem auf den lebhaften Straßen unterwegs. Ich kann mich nicht erinnern, jemals solch eine Kälte gespürt zu haben. Aber ich habe es überlebt! Mit vier Kleidungsschichten, Schal und Haube ausgestattet, habe ich täglich 17 Tausend Schritte gemacht, die mich quer durch den Loop führten oder auf den Navy Pier. Der Ausblick von dort auf den See, der Blick zur Skyline ist ein Muss. In die Außenbezirke sollte man als Touristin eher nicht spazieren und daher haben wir die Metro beziehungsweise die Hochbahn, den Loop, verwendet. Leider ist hier das Fahrkarten lösen eine Qual, wenn du nicht mit dem Handy zahlst.
Lincoln Park Zoo – Chicago



Die Kälte wird am Besten durchgestanden, wenn du dich bewegst und da ist der Lincoln Park Zoo sehr gut geeignet. Dieser Zoo liegt mitten im gleichnamigen Park direkt am Michigansee und ist einer der ältesten Zoos der USA. Du spazierst von Outdoor-Gehegen in die diversen Indoor-Häuser und kannst dich während du die Tiere suchst und hoffentlich findest, aufwärmen. Der Eintritt ist ganzjährig kostenlos, was perfekt für Familien ist und ein Beispiel für uns hier, wie es funktionieren kann, dass Bildung für alle zugänglich ist. Auf rund 14 Hektar leben etwa 1.100 Tiere aus rund 200 Arten, darunter Löwen, Gorillas, Pinguine, Eisbären und ganz viel Kleingetier.

Besonders schön ist der Skyline-Blick auf Chicago. https://www.lpzoo.org
Lincoln Park Conservatory & Gardens – Chicago



Das Lincoln Park Conservatory & Gardens ist ein historisches viktorianisches Glashaus das im Norden des Lincoln Parks gleich neben dem Zoo liegt. Innen erwarten dich große, verwachsene Palmen, verschiedenste Farne, prächtigste Orchideen und saisonale Blütenshows. Mein Blumenherz ist aufgegangen, als ich in den Raum voller Weihnachtssterne eingetaucht bin. So viele, herrlich leuchtende Weihnachtssterne habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Einfach ein Traum.

Da strahlten die roten mit den weißen und rosa färbigen Pointsettien um die Wette. Wer hat mein Herz erobert? Alle! Jede Farbe für sich war wunderhübsch. Der Eintritt ist ebenfalls kostenlos. Um Spende wird gebeten. https://www.lincolnparkconservancy.org
Adler-Planetarium – Chicago



Das Adler Planetarium ist ein Astronomie‑Museum und war das erste moderne Planetarium in den USA, eröffnet im Jahr 1930 durch den Unternehmer Max Adler. Es liegt malerisch am Lake Michigan auf der Northerly Island und gehört mit Shedd Aquarium und Field Museum zum Museum Campus der Stadt. Mehrere Kuppel‑Theater mit eindrucksvollen Himmels‑Shows sind lohnend, wenn du spielerisch über unser Himmelszelt lernen möchtest. Das können die Amis wirklich gut! Du sitzt in bequemen Sesseln und kannst 360 Grad den Himmel erkunden und lernen, dass Großstädte wie Chicago eine solche Lichtverschmutzung haben, dass die Sterne nicht zu sehen sind. Leider …
Aufwendige Ausstellungen zu Planeten, Raumfahrt und historischen Instrumenten zeigen dir die Geschichte, die uns immer gelehrt wird. Ob sie der Wahrheit entspricht ist eine andere Frage! Waren die Amerikaner wirklich am Mond? Wenn Neil Armstrong der erste Mensch am Mond gewesen sein soll, wer war dann der Fotograf beziehungsweise wo stand der Fotograf? Gerne deine Meinung dazu in den Kommentaren – danke. Der Eintrittspreis beginnt bei $ 32, wenn du nur eine Show besuchst. Aber gerade diese Shows sind sehenswert. Man könnte in diesem Museum den ganzen Tag verbringen. https://www.adlerplanetarium.org
Shedd Aquarium – Chicago



Das Shedd Aquarium in Chicago ist eines der ältesten und größten überdachten Aquarien der Welt, eröffnet 1930 als Geschenk des Geschäftsmanns John G. Shedd an die Stadt. Es beherbergt rund 32.000 Tiere aus über 650 Arten, darunter Haie, Delfine, Belugas, Pinguine und Korallenriffe mit Stachelrochen. Die Becken für viele Meeressäuger sind für meine Begriffe leider zu klein. Das spielerische Lernen über unseren blauen Planeten ist aber wieder sehr gut in Szene gesetzt. Der Eintritt ist je nach Besuchstag beginnend bei $ 38 bis $ 42 doch kostspielig. Man könnte aber einen ganzen Tag „unten im Meer“ verbringen. https://www.sheddaquarium.org
Field Museum – Chicago



Das Field Museum in Chicago ist ein weltberühmtes Naturkundemuseum mit über 24 Millionen Exponaten zu Naturgeschichte, Anthropologie und Geologie. Berühmt ist hier Sue, das vollständigste Tyrannosaurus-Rex-Skelett der Welt. Namesgeberin Susan Hendrickson ist die Paläontolgoin, die Sue in South Dakota, USA gefunden hat.

Weitere Ausstellungen umfassen Mumien aus Ägypten, die wunderbare Maya Hochkultur, die uns zahlreiche Kalender hinterlassen hat und spurlos verschwunden ist, sowie Native Americans und ihr Weg in die Unterdrückung durch die „neuen“ Amerikaner. Der Eintritt startet mit $ 30 und wird teurer, je mehr Sonderausstellungen du sehen möchtest. https://www.fieldmuseum.org
Art Institute of Chicago



Das Art Institute of Chicago ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen der USA und liegt im Grant Park von Chicago. Genau gegenüber des imposanten Eingangs, der durch zwei Löwen-Statuen bewacht wird, befindet sich der Beginn der historischen Route 66. Das Zeichen muss gefunden werden, denn es geht im Trubel der Michigan Avenue leicht unter. Das Art Institute wurde 1879 gegründet und beherbergt heute eine der größten Kunstsammlungen mit rund 300.000 Werken, darunter Monet, Van Gogh und Seurat. Die „Arts of the Americas“ (1860-1950) zeigt eines der berühmtesten amerikanischen Gemälde: „Nighthawks“ von Edward Hopper (letztes Bild). Der Eintritt ist $ 32 oder du kommst als Gast gratis hinein, wenn du einen Chicagoer kennenlernst, der ein Member des Art Institute of Chicago ist. Da ich sehr gesprächig bin, habe ich mich mit John angefreundet und wir, meine gesamte Familie, konnten diese zwei Stockwerke voller Gemälde, Skulpturen und Plastiken mit ihm in privater Führung kostenlos erleben. Danke nochmals für dieses besondere Erlebnis. =)



Als Mama eines „Cars“ Buben ist dieses historische Zeichen verbunden mit Kindheitsträumen, wunderbaren Erinnerungen und mit amerikanischer Freiheit. Die knalligen Autos in Rot, Hellblau, Gelb und mehr – Lightning McQueen, Sally, sowie Luigi & Co erwachen wieder zum Leben. So schön!
Willis Tower – Chicago
Was wäre eine amerikanische Großstadt ohne ihre Wolkenkratzer? Eigentlich nichts Besonderes. Das macht Amerika aus. Die Höhe ihrer Gebäude und die große Anzahl der Wolkenkratzer, die sich gegenseitig animieren, noch höher hinaus zu wachsen. Der Willis Tower ist der ikonische Wolkenkratzer mit 108 Stockwerken und 442 Metern (ohne Antenne).



!! Von außen ———– von innen ———– von oben !!
Eigentlich besteht er aus neun quadratischen Röhren, die sich bis zum Ende hin aufeinander aufbauen. Die Aussichtsplattform ist im 103. Stockwerk. Als ich ihn im Jahre 1994 zum ersten Mal besuchte, hieß er Sears Tower und war damals das höchste Gebäude der Welt. Ich war mächtig stolz. Heute ist er „nur“ mehr auf Platz 26 im Weltvergleich und trotzdem bin ich noch immer beeindruckt, was aus Menschenhand alles entstehen kann. Der Besuch in diese schwindelnden Höhen ist ein Muss, wenn du in Amerika bist. Einzigartig ist eine neuere Attraktion, die als „The Ledge“ bezeichnet wird und ein Glasvorsprung ist, welcher dich ins Leere gehen lässt. Da braucht es extrem starke Nerven und einen guten Magen, denn wenn du unter dir nichts mehr hast, außer 400 Meter Leere, dann ist das Gefühl wirklich atem(be)raubend!

Chicago im Jänner
Der Kontrast könnte nicht größer sein, als der Jänner in Südfrankreich und der Jänner im Norden der USA. Beides ist garantiert erlebenswert und slow traveling, wenn du Achtsamkeit an den Tag legst. Die Côte d’Azur im Jänner lässt dich die Sonne spüren und deinen Wintermantel ausziehen. Der Wind in Chicago im Jänner lässt dich dagegen unter deinem Wintermantel noch mindestens drei andere Kleidungsstücke anziehen. Trotzdem kannst du fairreisen und dein Umfeld erkunden und kennenlernen. Das möchte ich dir mit meinen Reiseberichten ans Herz legen. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt keine schlechte Zeit, es gibt nur das hier und jetzt – deine Gegenwart! Unsere Welt ist so facettenreich und wunderschön, dass wir sie erleben und genießen sollten. Daher gib bitte in den kommenden Monaten acht, denn unsere Gesellschaft wandelt sich beziehungsweise wird einer Veränderung unterzogen. Leider noch nicht in die richtige Richtung.
Einen winterlichen Gruß aus dem windigen Chicago im Jänner.
Alles Liebe, deine

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Liebe Martina! Chicago ist absolut sehenswert, auch bei dieser Kälte. Amerikanische Großstädte sind einfach etwas Besonderes. Danke für die tollen Fotos! Alles Liebe, Laura
Liebe Laura!
Danke für dein nettes Feedback. Ja, die USA und ihre Großstätte sind für uns Österreicherinnen besonders. Schön, dass du mit allen Sinnen dabei warst.
Hab ein großartiges, Neues Jahr.
Alles Liebe, Martina