8 gute Gründe für die Chayote – eine regionale Exotin

Servus und Hallo! Schön, dass du wieder bei mir mitliest. Ich danke dir für deine Zeit. Ich hoffe, es geht dir gut, wo auch immer du gerade in der Welt bist. 🙂

Immer wenn ich zu meiner lieben Bio-Herz Elke Grossek in Andritz einkaufen gehe, lacht mich dieses birnenähnliche, leicht schrumpelige, nahrhafte Gemüse aus Mittel- und Südamerika, die Chayote, an. Da ich immer auf der Suche nach neuen, mir unbekannten regionalen und saisonalen Lebensmitteln bin, ist mein Blick natürlich sofort hängen geblieben. Zuerst dachte ich mir, wow, wo kommt denn das her. Doch dann stand da Chayote – regional! Und da ich bei meinem letzten Blogpost über den Spinat-Smoothie über die Chayote als Küchenjoker mit Spinat gestolpert bin, musste ich sie mir gleich zum Ausprobieren besorgen. Ab sofort findest du sie auch in unten stehendem Blog, ich habe sie nun auch dort verewigt.

So schmeckt mein grüner September

Da wusste ich noch nicht, dass es hier in der Umgebung eine Frau gibt, die sich die mühevolle Arbeit antut und die Chayote bei uns kultiviert. Das bedeutet, mehr regional und saisonal geht echt nicht. Ich finde, dies ist auf jeden Fall ein Superfood-Blog wert.

Daher möchte ich dir heute die Chayote als mein neues Superfood für den Winter ans Herz legen.

Chayote

Dieses gesunde und gerade jetzt bei uns in Saison befindliche Gemüse stammt eigentlich aus Mittel- und Südamerika und ist in unseren Breitengraden kaum bekannt. Oder mal ehrlich? Hast du jemals schon von der Chayote zuvor gehört oder hättest du sie erkannt, wenn ich sie dir gezeigt hätte? Kannst du ihren Namen auch richtig aussprechen? Nein, sie ist keine Chaotin, sondern eine Chayote, sprich Schajote 😉 und sie wächst hier in Österreich, genauer gesagt in Andritz, in Bioqualität. ♥

Botanisch ist die Chayote mit dem Kürbis, der Melone und der Gurke verwandt, sie zählt zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae) und wird auf Latein als Sechium edule bezeichnet. Äußerlich könnte frau sie glatt mit einer Birne oder Mango verwechseln. 😛 Ihre Schale zeichnet sich blassgrün bis sogar dunkelgrün. Sie kann auf ihrer Oberseite glatt oder mit weichen Stacheln versehen sein. Ihr Geschmack ist sehr sanft, fast so wie eine Kombination aus Zucchini und Erdäpfel, jedoch mit leicht süßlichem Nachgeschmack. Sie hat noch andere Bezeichnungen wie zum Beispiel Gemüsebirne, Christophine, Cho Cho, Talote oder Pipinella.

 

8 gute Gründe für die Chayote auf deinem Speiseplan

∞ Bei der Chayote lässt sich quasi alles essen: von der Wurzel bis zur Frucht. Das macht sie zu einem perfekten ZERO WASTE Lebensmittel. Die jungen Blatttriebe werden in den tropischen und subtropischen Ländern als Suppenbeigabe hergenommen. Der Kern ist ebenfalls essbar, also einfach mitverarbeiten. Er schmeckt leicht nussig. Nur bei den importierten Früchten solltest du die Schale besser weglassen. Die Früchte werden meist gewachst, damit sie den langen Transport überleben. Dann bitte mit einem Sparschäler dünn schälen. Der Saft, der austritt, ist fettig und klebrig und kann nur schwer von den Fingern gewaschen werden, daher mach das ganze unter fließendem Wasser. Bei unserer Grazer Chayote, die noch dazu bio angebaut wird, ist alles bedenkenlos zum Verzehr geeignet und bei mir ein morgentlicher Rohkoststarter. 🙂


∞ Du kannst die Chayote roh essen, marinieren, kochen, grillen, backen oder braten. Daher ist sie ein Multitalent in der Küche. 

Foto: Frau Willrader, Anbauerin

∞ Sie passt gut zu Zitrusfrüchten, Edelpilzkäse, Butter, Olivenöl, Nussölen, gerösteten Haselnüssen und Joghurt. Als Küchenjoker wird die Bitterorange, Campari, Darjeeling und Sesam angeführt, und wie wir bereits wissen, der Spinat.


∞ Wenn du Chayoten aus Übersee nimmst, dann haben sie durch die Wachsschicht natürlich eine lange Lebensdauer. Im Kühlschrank gelagert, halten sie mehrere Wochen. Sie sollten sich beim Kauf aber unbedingt härter anfühlen, das schrumpelige Äußere sagt nichts über ihren Reifezustand aus. Wenn sie zu weich sind, dann sind sie überreif und können leicht faulen. Die kleineren Früchte sind zarter. Aber ebenso unsere heimischen Chayoten halten viele Tage bei kühler Lagerung.


∞ Die Chayote hat, wie ihre Verwandte die Gurke, einen hohen Wassergehalt und macht sie daher kalorienarm.


∞ Die Mikronährstoffe der Chayote auf 100 g sind 17 mg Vitamin C und 0,4 mg Eisen, sowie Kalzium und Kalium.


∞ Die Aromen der Chayote sind grün, grasig, fruchtig – das wird durch das (Z)-3-HEXENOL verursacht; sie schmeckt leicht ölig, melonenschalenartig durch das 1-OCTEN-3-OL; zitrusartig, orangenartig, süßlich bedingt durch LIMONEN; die fettig wirkenden Stoffe in ihr sind beim „oralen Prozessieren“ dafür verantwortlich, dass sie bereits im Mund leicht emulgiert, die Reibung ständig herabgesetzt wird und dadurch ihre Cremigkeit steigt. Es kommt also nicht immer nur auf den Geschmack, sondern oft vielmehr auf die Textur der Lebensmittel an.


∞ Der Anbau der Chayote ist sehr Zeit intensiv, daher wird sie in unserer Region nicht kommerziell kultiviert. Sie ist nur einjährig, schnell wachsend und braucht unbedingt eine Rankenhilfe. Ihre Größe kann bis zu 12 Meter werden und daher braucht sie ziemlich viel Platz und ist als Starkzerhrer mit reichlich Nährstoffen zu versorgen. Dafür ist die Ernte mit bis zu 300 Früchten pro Pflanze sehr ertragreich.

Quelle: Aromagemüse; Der Weg zum perfekten Geschmack; Vierich / Vilgis; Stiftung Warentest Berlin; 2017.
Foto: Frau Willrader, Anbauerin

Auf Grund der oben beschriebenen Fakten sollten wir die Chayote als etwas Besonderes schätzen und achtsam mit ihr in der Küche umgehen. Die viele Arbeit hier in unserer Umgebung von Frau Willrader sollte belohnt werden, indem wir es weitersagen, sodass die Chayote bald einmal als regionales und saisonales Gemüse angekommen ist und die geschmacklosen Paradeiser und Gurken im Winter aus dem Glashaus „von irgendwoher“ ausgetauscht werden. 😛 Wenn du ins Bioherz gehst, bitte sag, dass du von mir beziehungsweise von diesem Blog über die Chayote erfahren hast. Ich verdiene nicht mit, aber ich möchte einfach nur wissen, wie breit ich Wissen streuen kann Danke dir sehr! Ebenfalls ein großes Danke an Frau Willrader, die mir ihre Gartenfotos zur Verfügung gestellt und mit mir ein sehr nettes Gespräch über die Chayote geführt hat.

Ich werde in der nächsten Zeit einige Gerichte mit der Chayote ausprobieren und sie dann posten. Falls du einen Wunsch hast oder Rezeptvorschläge, bitte schreibe mir in die Kommentare – ich werde Versuche wagen.



Für ein neues Jahr voller ZERO WASTE und Regionalität!

G’sunde Grüße, Martina

7 Kommentare zu „8 gute Gründe für die Chayote – eine regionale Exotin

  1. Schön, einmal von der Chayote (ausgesprochen „Tschajotte“, wie im Spanischen) hier in Österreich zu hören! Ich habe sie in Mexiko kennen gelernt, als ich dort gearbeitet habe, und habe mich bemüht, sie auch in meinem Garten heimisch zu machen. Das ist mir in den letzten Jahren auch gelungen und ich habe jedes Jahr viel geerntet. Die Chayote reift im Herbst im Garten grade dann, wenn die Zucchinis nicht mehr wachsen wollen und kann diese vollständig in der Küche ersetzen. Und viel mehr, da man sie ja auch roh im Salat essen kann. Ich mag sie besonders gern in Olivenöl angebraten, mit Pfeffer und Salz. Um sie selber im Garten zu ziehen, braucht man Sorten, die hier rechtzeitig reif werden, was bei den Früchten aus Costa Rica nicht der Fall ist. Die Chayote beginnt im späten August zu fruchten und entwickelt dann immer neue Früchte, die man bis zum ersten Frost ernten kann. Und wenn man einen kalten, frostfreien Platz (sehr kalte, trockene Speis, 5 Grad z.B.) zum Lagern findet, kann man die Früchte den ganzen Winter verwenden. Die, die bis zum Frühling durchhalten, treiben dann aus dem dickeren Teil der birnenförmigen Frucht aus und man kann sie zwischen März und dem letzten Frost im Topf auf dem Fensterbrett halten und dann Mitte Mai in den Garten (gutes Klettergerüst!) pflanzen. Und mit Glück kann man dann im Herbst seine eigenen Chayoten ernten!

    1. Lieber Walter!
      Wow! Ich bin (fast) =) sprachlos, wie genau du uns das alles mitteilst – danke dafür. Das wissen hier in Österreich nämlich noch viel zu wenige, dass es so viele gute und g’sunde Sachen gibt, die wir selber in unseren Gärten anpflanzen können. Ich fühle mich natürlich geehrt, dass du mich im weltweiten Web gefunden hast. Darf ich dich fragen, was du in Mexiko gearbeitet hast? Ich finde die Geschichten, die das Leben schreibt so spannend.

      Danke für deinen sehr wissenswerten Kommentar. Ich freue mich auf noch viele von deiner Seite!

      Herbstliche Grüße, Martina =)

  2. Ein wunderbarer Artikel,

    Liebe Martina!
    Vielen Dank dafür! Endlich etwas was ich noch nicht kannte bzw. noch lernen durfte!
    Bin schon neugierig auf Deine – vielleicht auch rohköstlichen – Rezepte!
    Liebe Grüße!

    1. Servus!
      Danke für dein nettes Kommentar! Freut mich, wenn ich zur Wissensvermehrung beitragen konnte. Versuche natürlich immer abseits vom Mainstream zu schreiben, aber kann das Rad halt nicht neu erfinden.

      Ich werde mich weiterhin bemühen…
      G’sunde Grüße, Martina 🙂

  3. Liebe Martina!
    Das sieht ja super lecker aus! Da du erwähnt hast, dass die Chayote der Zucchini etwas ähnlich kommt, wie wäre es mit einem Chayoten-Risotto? Würde mich sehr interessieren!
    Liebe Grüße
    Laura

    1. Liebe Laura!
      Danke für dein nettes Kommentar und danke für deine Idee – Risotto kam mir bereits in den Sinn, weil ich Risotto in all seinen wunderbaren Varianten liebe.

      Also: sei gespannt, was es werden wird.
      G’sunde Grüße, Martina 🙂

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