7 gute Gründe für das Männlein, das da steht im Wald allein: die purpurrote Hagebutte

Servus! Schön, dass du wieder dabei bist. Danke für deine Zeit. Ich hoffe, es geht dir gut, wo auch immer du gerade in der Welt bist. 🙂

Bist du ebenfalls mit dem Kinderlied „Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm“ aufgewachsen, so wie ich? „Es hat vor lauter Purpur ein Mäntlein um / sagt, wer mag das Männlein sein, / das da steht im Wald allein / mit dem purpurroten Mäntelein …“

Ich erinnere mich noch gut an meinen Kindergarten in Andritz und an all die wunderbaren Sommer- und Herbstfeste, denn da gab es bereits die vielen hellrot leuchtenden Früchte, mit denen wir die Tische dekorieren durften. Damals wusste ich noch nicht, dass diese wunderbare rote Frucht ein wahres Superfood ist. Und ich wusste ebenso nicht, dass dieses Lied von Hoffmann von Fallersleben von der Hagebutte handelt. Ich dachte wirklich, dass das rote Männlein ein Zwerg sein würde 😛

Hagebutte – Hundsrose – Rosa canina

Der wunderschön blühende Strauch gehört in die Familie der RosengwächseRosaceae – und liebt lehmige, feste Böden, Wald-, Feld- und Wegränder. Daher kann sie fast überall gefunden werden. Ebenso ist sie gerne mit anderen Gehölzen zusammen zu finden, wenn du das schon beobachten konntest. Streng genommen wird ja nur die Scheinfrucht der Hundsrose oder der Gemeinen Heckenrose als Hagebutte bezeichnet, aber der Name hat sich für alle roten, früchtetragenden Wildrosen eingebürgert. Der Name setzt sich zusammen aus dem Germanischen „Hag-„ und gibt Auskunft über das Vorfinden der Hundsrose, nämlich das Eingrenzen von Gelände. Der Anhang „Butte“ stammt aus dem süddeutschen Butzen, was Verdickung bedeutet. Hier wird dann noch weiter spekuliert, ob eine Verbindung zum Englischen „bud“ und / oder zum Französichen „bouton“ besteht. Alles endet dann in „Knopf, Knospe, plump oder stumpf“. Das ist für mich alles nachvollziehbar. Wenn ich nochmals auf meine Kindheit zurückkomme, dann ist es wirklich plump gewesen, wie uns die Burschen das Innere, die mit vielen feinen Härchen versehenen Nüsschen, als Juckpulver in den Pullover gesteckt und am Rücken verrieben haben 😛

 

Noch eine Geschichte rankt sich um die Hagebutte, wenn sie als Schlafdorn, wegen ihrer Dornen, in früheren Zeiten genannt wird. Dann nämlich, wenn von ihr im Nibelungenlied erzählt wird. Dort hat der Gott Odin die ungehorsame Brünhild mit einem Schlafdorn gestochen oder im Märchen Dornröschen. Dort fiel die Prinzessin in einen 100-jährigen Schlaf. Aber so dramatisch wird es nicht sein, wenn du die roten Früchte bei deinem nächsten Waldspaziergang vorsichtig pflückst und in deiner Küche zu wahren Schätzen weiterverarbeitest …

Meine 7 guten Gründe für deine Hagebutten Gesundheit

♥ Der Vitamingehalt der Hagebutte macht sie zu einem der wichtigsten Pflanzen und einer Vitamin C Bombe in unseren Naturgärten! Da ist schon alleine die Schale mit 0,2-2 % Ascorbinsäure, 3 % Äpfel- und Zitronensäure, Procyanidine, Catechine und Carotinoide ein Muss in roher Form. Zum Beispiel in Smoothies oder im Tee. Isst du die kleinen Nüsschen mit, dann hast du 0,03-1,85 %v Ascorbinsäure, 3 % Äpfel- und Zitronensäure, 11 % Pektinsäure, Procyanidine, Catechine und Carotinoide. Dazu kommen dann noch Flavonoide, Mineralstoffe und ätherische Öle.


 

♥ Die Wirkung der Hagebuttenschale ist leicht diuretisch (bei Blasen- und Nierenleiden). Die Wirkung der ganzen Hagebutte ist antioxidativ und entzündungshemmend (wirkt heilend auf die Haut, zum Beispiel bei Allergien). Nur die Frucht als Ganzes wird in der Wissenschaft erwähnt. Also merke dir, dass der Tee, der vom Teesackerl gemacht wird ;-P nix mehr an Wirkstoffen drinnen hat. Wenn du dir etwas Gutes tun möchtest, dann sammle sie selbst und trockne sie für den langen, kalten Winter oder stecke sie dir einfach so in den Mund. Dann ist aber gutes Kauen angesagt!!


 

♥ Durch den Inhaltsmix nimm die Hagebutte, wenn du deine Gelenke besser bewegen willst (bei Arthroseerkrankungen), wenn du dir Vitamin C als Prävention in der Erkältungs- und Grippezeit zuführen willst und wenn du einen geschmacklichen Kick in deine selbstkreierten Tees geben möchtest. Dabei verwendest du 2-5 g getrocknete Hagebutten als Teeaufguss, den du 2-mal täglich trinkst. Ziehzeit ist 10 Minuten. Keine Sorge, Nebenwirkungen in Form von leichten Magen-Darmbeschwerden bekommst du erst ab einer Dosierung von 45 g pro Tag. Davor wirkt sie sogar fördernd auf deinen Appetit. Wie überall macht die Dosis das Gift!!

 


 

♥ Die Sammelzeit der Wildpflanze ist bereits ab Mai, wenn du die Blätter pflückst. Gemischt mit Honig wurde dies von Hildegard von Bingen als Heilmittel für die Lunge beschrieben. Es soll sich bei „Kindern, die immer krank sind“ als Mittel der Wahl bewährt haben. Die Blüten kannst du dann ab Juni nehmen, wenn du sie über den Salat gibst und die Hagebutten selbst ab September bis hin in den Spätherbst, ja sogar noch im Winter kannst du die roten Früchte pflücken, denn sie bleiben am Strauch hängen. Bitte sei hier nachhaltig unterwegs und lass immer genügend hängen für die Vögel, denn für sie sind diese stumpfen, plumpen Knospen die perfekte Nahrung und überlebensnotwendig in dieser Zeit.


 

♥ Die Hagebutte kannst du sonst gut und leicht zu Marmelade oder Sirup verarbeiten, wenn du es lieber süß haben möchtest.


 

♥ Wenn du keine Freundin vom Verzehr der roten Superfrucht bist, dann geh an dunklen Herbst- und Wintertagen einfach raus und erfreu dich an der leuchtend, hellen Farbe. Das tut deinem Herz und deiner Seele gut.


 

♥ Falls du eine neue Inspiration für deine Hautpflege haben und dir Luxus pur gönnen möchtest, dann probiere einmal das Bio-Wildrosenöl von Evelyn Deutsch-Grasl. Das Bio-Wildrosenöl, alias Hagebuttenöl, wirkt auf deiner Haut zellregenerierend und stoffwechselfördernd. Es hat eine wunderbare Zusammensetzung an Fetten: 7g gesättigte Fettsäuren, 14 g einfach ungesättigte Fettsäuren und 79 g mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Mit ein paar Tropfen an deinen ätherischen Lieblingsölen hast du im Handumdrehen ein Schönheitselexier gezaubert.

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Quelle: Pschyrembel Naturheilkunde und alternative Heilverfahren; De Gruyter; Berlin / Bosten; 2011. Die Kraft der Pflanzen; Barbara Olesko; Verlag für Traditionelle Europäische Medizin; Phytopharma / Ternberg; 2010. Kulinarische Geschenke aus der Natur; Wildkräuter, Blüten, Beeren, Früchte, Wurzeln; Usch von der Winden, Cornelia Renson; Edition Fackelträger; Köln.

Nimm das purpurrote Mäntelein für deine Gesundheit und Schönheit!

 G’sunde Grüße

Martina

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